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Allgemeines Lexikon einiger Begriffe aus dem Bereich der Schönheit

Hinweis:

In diesem Schönheitslexikon finden Sie auch Informationen, die über das Leistungsspektrum der Rosenpark Klinik hinaus gehen wie beispielsweise Texte zu zahn- oder augenmedizinischen Begriffen. Informationen zum Leistungsspektrum der Rosenpark Klinik finden Sie hier.

Sie sollten diese Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

© Dr. med. Darius Alamouti

Silikon

Was ist Silikon


In der Medizin wird Silikon in einer Vielzahl von Produkten verarbeitet: z. B. Sonden, Katheter, Beschichtung von Punktionsnadeln und Herzschrittmachern, Handschuhe und Wundauflagen. In der Weichteilchirurgie werden Implantate zur Körperkonturkorrektur verwendet. Das erste Verfahren zur Herstellung von Silikonpolymeren war 1958. In der Sprache der Chemiker ist Silikon ein Polydimethysiloxan, das als Silikonelastomer, Silikongel und als Silikonöl hergestellt wird. In Silikonen sind Sauerstoff und Silizium in der gleichen Weise miteinander verknüpft wie bei Steinen und Glas. Zusätzlich sind Methylgruppen an die Siliziumatome gebunden. Außer pyrogener Kieselsäure - allerfeinstem Quarz (amorphes Silicat) - als stabilitätserhöhendes Füllmaterial enthält Silikon keine weiteren Zusätze, insbesondere keine Weichmacher. Somit steht ein stabiles, chemisch sauber definiertes Implantationsmaterial zur Verfügung.


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Gibt es verschiedene Arten von Implantaten?


Ja. Eine Vielzahl verschiedener Silikonimplantate ist verfügbar. Alle derzeit verfügbaren Brustimplantate haben eine äußere Silikonhülle.


Die Form der Implantate variiert:


rund
tropfenförmig
anatomisch
mit hohem oder flachem Profil


Zur Füllung der Implantate haben sich Silikongel und Kochsalzlösung seit vielen Jahrzehnten bewährt. Implantate, gefüllt mit hochvernetztem Silikongel sind derzeit vom Stand der Technik her der beste Weichteilersatz. Ein solches Silikongel weist einen "Memory-Effekt" auf, das heißt, dass das Gel immer wieder die vorgegebene Form annimmt. Es kommt durch seine Konsistenz dem Tast- und Bewegungsverhalten der natürlichen Brust sehr nahe.


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Ein wichtiger Unterschied ist die äußere Oberfläche der Implantate. Die ersten in den 60er Jahren gefertigten Implantate besaßen eine glatte Silikonoberfläche. Seit Mitte der 70er Jahre werden micropolyurethanschaumbeschichtete Implantate eingesetzt. Texturierte Implantate wurden Ende der 80er Jahre eingeführt. Somit stehen heute drei verschiedene Oberflächen zur Verfügung.


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Warum gibt es verschiedene Oberflächen?


Durch eine natürliche Reaktion bildet der Organismus eine Kapsel um jeden in den Körper eingebrachten Fremdkörper, also auch um ein Implantat. Diese Kapsel kann sich eng an das Implantat anlegen und zusammenziehen. Durch dieses Zusammenziehen können sich die Form des Implantates und damit die Form der Brust verändern. Die Kapsel kann sehr fest werden und Schmerzen verursachen.


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Diese Komplikation wird als Kapselkontraktur bezeichnet. Die Häufigkeit des Auftretens einer Kapselkontraktur ist abhängig von der Implantatoberfläche. Unabhängig von besseren operativen Techniken der Implantation zeigt der Einsatz von micropolyurethanschaumbeschichteten Implantaten in großen Studien eine beeindruckend geringe Kapselkontrakturate von 0 bis 3 % gegenüber 9 bis 50 % bei anderen Implantaten. Texturierte Implantate zeigen ebenfalls ein deutlich geringeres Risiko der Kapselkontraktur als glattwandige Implantate.


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Werden Tests zur Sicherheit der Implantate durchgeführt?


Ja. Seit vielen Jahren wird die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Implantate konstant belegt. Das Sicherheitsprofil beruht auf der Erfahrung aus 35 Jahren. Europaweit sind durch die Medizinprodukterichtlinie und Normen klare Anforderungen an diese Produkte festgelegt. Werkstoffe, Produktentwicklung, Herstellung, Sterilisation und Verpackung unterliegen strikten Regelungen.


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Kann ein Implantat mein äußeres Erscheinungsbild verändern?


Ja. Durch Brustimplantate kann weitestgehend ein natürliches Aussehen, Bewegungs- und Tastverhalten der Brust erreicht werden.


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Krebsvorsorge nach Implantation?


Die Mammographie ermöglicht das Auffinden von Tumoren. Mit einer speziellen Technik, der Eklund-Technik, ist Mammographie auch bei Brustimplantatträgerinnen möglich. Moderne bildgebende Verfahren - Sonographie, Kernspintomographie oder Computertomographie - unterstützen das rechtzeitige Auffinden einer Geschwulst.


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Besteht bei den micropolyurethanschaumbeschichteten Implantaten ein größeres Infektionsrisiko gegenüber anderen Implantaten?


Nein


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Besteht durch Implantate ein größeres Risiko für Autoimmunerkrankungen?


Nein, bis heute ist kein Zusammenhang zwischen silikongelgefüllten Implantaten und Autoimmunerkrankungen nachgewiesen.


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Kann Silikongel durch die Implantathülle gelangen?


Ja. Im Gegensatz zu früheren Implantatgenerationen sind aufgrund der verbesserten Implantathüllen und einer veränderten Gelkonsistenz nur noch geringste Spuren des Gels innerhalb der Bindegewebskapsel um das Implantat auffindbar. Diese Gelspuren verbleiben in der Bindegewebskapsel.


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Ist die manuelle Kapselsprengung sinnvoll?


Nach neueren Erkenntnissen wird die manuelle Kapselsprengung nicht mehr durchgeführt, da Beschädigungen des Implantats möglich sind.


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Wie lange hält ein Implantat?


Jeder Organismus reagiert individuell auf einen Fremdkörper. Aktuelle Studien belegen eine durchschnittliche Haltbarkeit von 10 Jahren. Aufgrund von Implantatverbesserungen ist eine verlängerte Haltbarkeit der Implantate zu erwarten. Halbjährlich bis jährlich sollte das Implantat von Ihrem behandelnden Arzt kontrolliert werden.


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Implantatpass und Dokumentation


Nach Einlage der Implantate erhalten Sie von Ihrem Arzt einen Implantatpass. Diesen sollten Sie stets bei sich führen, damit jederzeit Implantattyp und -größe feststellbar sind. Bitte weisen Sie Ihre behandelnden Ärzte zu Ihrer eigenen Sicherheit auf Ihre Implantate hin.


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Alternativ-Befüllung


Am 12.12.2000 haben die Britischen Gesundheitsbehörden die Zulassung für NovaGoldTM- und PIP-Brustimplantate widerrufen. Als Begründung hierfür wurde angegeben, dass die vorhandenen Studien nicht ausreichen, um die Gewebsverträglichkeit der verwendeten Hydrogele zu beweisen. Die Zulassung soll solange ruhen, bis die Bedenken durch zusätzliche Nachweise ausgeräumt werden können.


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Die Behörde weist mit Nachdruck darauf hin, dass es sich hierbei um eine vorsorgliche Maßnahme handelt und dass keinerlei Gesundheitsgefährdungen nachgewiesen wurden. Auch gäbe es keinen Hinweis auf eine Gefährdung von Frauen während der Schwangerschaft. Es seien auch keine Gesundheitsschäden bei Kindern, deren Mütter während Schwangerschaft und/oder Stillphase Hydrogelimplantatträgerinnen waren, zu befürchten.


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Es wird des Weiteren darauf hingewiesen, dass es keinen Grund gibt, zur Entfernung von NovaGoldTM- oder PIP-Implantaten zu raten. Den betroffenen Frauen wird empfohlen, sich entweder mit ihrem Operateur oder einem Spezialisten in ihrer Region in Verbindung zu setzen, um sich beraten zu lassen. In Deutschland sind nach Angaben der Herstellerfirma 16.000 Frauen Trägerinnen von NovaGoldTM- und PIP-Implantaten. Ca. 12.000 dieser Frauen haben ihre Brustimplantate zur Wiederherstellung der Brust nach einer Krebsoperation erhalten.


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Am 6.6.2000 hat die britische Gesundheitsbehörde dazu aufgerufen, Öl-gefüllte Brustimplantate (Trilucent-Brustimplantate) innerhalb von einem Jahr zu explantieren bzw. gegen andere Implantate auszuwechseln Bis dahin sollen betroffene Frauen nicht schwanger werden und nicht stillen. Zur Begründung wird angeführt, dass Befürchtungen um teratogene Wirkungen (Schädigung des ungeborenen Lebens) bestehen.


In Deutschland sind etwa 3000 Frauen mit Öl-gefüllten Implantaten betroffen.

 

Rosenparkklinik GmbH, Heidelberger Landstraße 18/20, 64297 Darmstadt