Telephone: +49(0)6151.95470

Centre for vein and varicose vein treatment

English version in progress...


Krampfadern und Venenerkrankungen waren vor wenigen Jahren verbunden mit einer aufwendigen Operation und einem mehrtägigen stationären Klinikaufenthalt.

Heute sind die meisten Venenerkrankungen sehr gut ambulant behandelbar und der Patient ist umgehend wieder gesellschaftsfähig.

Mit Hilfe moderner Untersuchungsmethoden wie der Ultraschall Duplexuntersuchung können die Ärzte der Rosenparkklinik Ihr Erkrankungsbild der Venen genau bestimmen und die Operation exakt planen. Für viele Erkrankungen sind heute keine großen operativen Eingriffe mehr nötig. Mit Hilfe minimalinvasiver Verfahren sind solche Operationen ambulant und ohne größere Beeinträchtigungen für Sie möglich.

Unsere Experten für Venenerkrankungen bilden sich stetig weiter und bieten Ihnen Behandlungen nach den neusten wissenschaftlichen und technischen Methoden.

Um beurteilen zu können, welche Therapie das für Sie persönlich beste Ergebnis verspricht, ist ein ausführliches Beratungsgespräch notwendig. Hierbei beantworten unsere Ärzte gerne all Ihre Fragen und stellen Ihnen die für Sie am besten geeigneten Behandlungsmöglichkeiten vor.

Operative Venenbehandlung

Nach gründlicher Voruntersuchung, sowohl klinisch, als auch mit Hilfe der Farbduplexsonografie, wird das weitere Vorgehen detailliert mit Ihnen besprochen. Dabei ist die Wertigkeit der korrekt durchgeführten Farbduplexsonografie so hoch anzusiedeln, dass in den allermeisten Fällen auf Zusatzuntersuchungen wie die Röntgenkontrastdarstellung der Beinvenen oder spezielle funktionelle Untersuchungen verzichtet werden kann. Das Ergebnis der Venenuntersuchung liegt also praktisch immer bei der Erstuntersuchung vor, so dass gleich über die weitere Therapie entschieden wird.

In einigen Fällen ist ein operatives Vorgehen notwendig. Welches operative Verfahren zur Anwendung kommt, wird gemeinsam mit Ihnen besprochen. Ziel der Behandlung ist ein langfristig stabiles Ergebnis bei möglichst geringer Gewebeverletzung. Auf diese Weise werden Risiken, eventuelle Nebenwirkungen oder Komplikationen auf ein Minimum reduziert. Das korrekte Verhalten nach der Operation (jeder Patient erhält ein entsprechendes Merkblatt) und die prophylaktische Gabe von Medikamenten trägt zur raschen Heilung ebenso bei wie die Wahrnehmung vereinbarter Kontrolltermine. Nur so ist ein optimales Ergebnis zu erwarten.

Welche Verfahren bieten wir an?

1. endoluminale Stammvenenbehandlung (Radiowellentherapie und Lasertherapie):
Bei diesem Verfahren wird die Stammvene nicht entfernt, sondern mit Hilfe eines Katheters von innen erwärmt und durch das somit eintretende Schrumpfen der Vene verschlossen. Dem Verfahren liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Stammvene nur funktionell ausgeschaltet werden muss, d.h. eine Entfernung ist nicht zwangsläufig notwendig. Die zusammengeschrumpfte Stammvene wird dann im Verlaufe von Monaten bindegewebig umgebaut, so dass auch mit Ultraschall kein Gefäß mehr nachweisbar ist. Die Methode ist besonders für wenig ausgeprägte Befunde geeignet und kann in jedem Falle in einer speziellen lokalen Betäubung (Tumeszenzlokalanästhesie) ambulant erfolgen.

Die Frage, welches das bessere Verfahren ist - Radiowelle oder Laser? -, ist von Experten inzwischen eindeutig zu Gunsten der Radiowelle entschieden. Die Temperatur wird kontrolliert bei 90-120°C gehalten, während die Laserfaser mit weit höheren, unkontrollierten Temperaturen arbeitet. Eine Radiowellenbehandlung führt zu geringeren postoperativen Beschwerden und zu einem besseren Behandlungserfolg. Ihr großer Nachteil sind die höheren Kosten für den aufwändigen Katheter.

2. Miniphlebektomie (Häkchen-Methode):
Die gewundenen Seitenäste des Venenstammes sind für den Patienten deutlich sichtbar und störend. Hier führt die vorsichtige Entfernung mit speziellen Häkchen zu den besten Ergebnissen. Das Verfahren wird meist gemeinsam mit der Stammvenenbehandlung während eines OP-Termins in lokaler Betäubung angewendet. Es werden keine Hautschnitte, sondern nur kleine Einstiche von 1-3 mm Länge benötigt, weshalb auch keine Nähte gelegt werden müssen. Man spricht deshalb auch von „narbenfreier OP-Technik“.

3. Krossektomie und Stripping (klassische Krampfadern-OP):
Das „Stammvenenziehen“ ist in manchen, ausgeprägten Fällen auch heute noch angezeigt. Durch die Entwicklung der Tumeszenzlokalanästhesie in Kombination mit einer intravenösen Gabe von Schmerz- und/oder Beruhigungsmitteln (Analgosedierung), kann der Eingriff in vielen Fällen unter Verzicht auf eine Intubationsnarkose ambulant erfolgen.

4. C.H.I.V.A  - die einzige Venen erhaltende Operationstechnik zur Behandlung von Krampfadern:
Die Methode beruht auf der Beobachtung, dass Krampfadern bei Entlastung rückbildungsfähig sein können. Es werden gezielt Unterbindungen gesetzt, die den Blutstrom normalisieren. Grundlage für die Entscheidung, ob die Chiva-Methode Aussicht auf Erfolg hat, ist die Farbduplexultraschalluntersuchung. Die Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass viele Patienten die Methode wegen möglicher Zweitoperation ablehnen, aber immerhin besteht der Vorteil, dass die Stammvene als bypassfähiges Material erhalten wird.

5. Endoskopische Varizenoperation
Diese Technik eignet sich besonders für die Unterbindung mehrerer Perforansvenen, bei Ernährungsstörungen der Haut oder bei bereits eingetretener Geschwürbildung („offenes Bein“) am Unterschenkel. Ein optisches Instrument (Endoskop) wird über einen zusätzlichen Hautschnitt unterhalb des Kniegelenkes unter die Muskelhülle geschoben. Anschließend wird der Blutstrom in den Verbindungsvenen über das Endoskop, meist mit Hilfe elektrischer Pinzetten oder spezieller Metallclips, unterbunden. Um das Vorschieben des Endoskops zu erleichtern und die Sicht zu verbessern, können ergänzende Maßnahmen erforderlich werden (z. B. Anlegen einer Blutsperre).

Um ein stärkeres Bluten zu vermeiden, wird bei allen Operationserfahren ein Druckverband oder ein Kompressionsstrumpf angelegt.

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren besprechen wir mit Ihnen in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

Konservative Krampfadernbehandlung

Unter diesen Begriff fallen alle nicht-operativen Verfahren der Krampfadernbehandlung. Meist handelt es sich um die Behandlung kleinkalibriger Krampfadern (sogenannte Besenreiser und retikuläre Varizen). Bewährt haben sich im Wesentlichen zwei Verfahren, nämlich die Verödungsbehandlung, insbesondere die Schaumverödung, und die Laserbehandlung von Besenreisern mit dem 1064 nm Neodym-YAG-Laser. Unabhängig von der Behandlungsmethode darf immer nur von einem Teilerfolg ausgegangen werden, weil sich aus der Tiefe des Fettgewebes immer wieder neue Besenreiser bilden werden. Dieser sogenannte Eruptionsdruck ist bei jedem Patienten verschieden stark ausgeprägt und hängt ab von Alter, Geschlecht, hormoneller Situation oder Begleiterkrankungen. So kann das plötzliche Aufschießen vieler kleiner roter Besenreiser unter Umständen auf Lebererkrankungen hinweisen. Alternativverfahren wie das Bionic-System haben wir wegen des geringen Effektes nicht in unser Behandlungsspektrum aufgenommen. Die Kompressionstherapie gehört zu den besten, weil effektivsten konservativen Verfahren der Varizentherapie. Es ist zwar einfach in der Anwendung, aber nur als Dauerkompression nützlich. Aus ästhetischen Gründen und wegen des eingeschränkten Tragekomforts im Sommer ist die Dauerkompression deshalb nur bei Patienten mit postthrombotischem Syndrom, wo es um die Verhinderung des „offenen Beines“ geht, anzuraten.

Die Schaumverödung

Durch die Injektion des Verödungsmittels als Schaum wird eine für den Patienten nicht spürbare Entzündungsreaktion in den Krampfadern eingeleitet. Es können sowohl große, als auch ganz kleine Krampfadern (Besenreiser) erfolgreich behandelt werden. Diese Entzündungsreaktion führt zu einer bindegewebigen Umbildung des Gefäßes, wodurch es nicht mehr sichtbar ist. Der Heilungsprozess kann bei größeren Gefäßen mehrere Wochen dauern, außerdem verschließt sich nach der ersten Injektion nur ein Teil der Gefäße, so dass  mehrere Behandlungen eingeplant werden müssen. Nach der Injektion muss kurzzeitig ein Kompressionsverband angelegt werden. Jegliche Bewegung und Sport sind uneingeschränkt sinnvoll, aber wir empfehlen, an den injizierten Stellen drei Wochen UV- und Wärmebelastung (Sonne, Solarium, Sauna) zu vermeiden. Häufig kommen weitere Hilfsmittel wie das Veinlite, die Lupenbrille oder eine polarisierte Lichtquelle zum Einsatz. Damit erhöht sich die Injektionssicherheit und auch der Therapieerfolg. Über mögliche Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen wird vor der ersten Behandlung aufgeklärt.

Bei Patienten ohne Verödungserfahrung erfolgt deshalb zunächst eine Testbehandlung. Das Behandlungsschema muss immer wieder hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft werden. Gegebenenfalls kann auch eine kombinierte Behandlung mit flüssigem Verödungsmittel oder Laser erfolgen. Die Kosten liegen bei 100 -150 Euro je Verödungssitzung. Dabei wird das Verödungsmittel mit einer sehr feinen Kanüle schmerzarm an bis zu 50 Stellen injiziert. Eine Sonderform der Verödung ist die sogenannte Echosklerotherapie, d.h. ultraschallkontrollierte Injektion des Verödungsschaumes bei tiefer liegenden, für das Auge nicht sichtbaren Krampfadern. In der Praxis gelingt es auf diese Weise, größere verbliebene oder neu aufgetretene Krampfadern frühzeitig zu verschließen, um damit eine erneute Krampfadernoperation zu vermeiden.

Die Laserbehandlung

Die Laserbehandlung von Besenreisern erfolgt durch Aufsetzen eines Handstückes auf die Haut. Dieses Verfahren ist streng zu trennen von der Laserbehandlung der Stammvenen (siehe oben unter „operative Venenbehandlung“), wo eine Laserfaser in das große Gefäß hinein geschoben wird und bei Aktivierung ein Zusammenschrumpfen durch thermische Schädigung erfolgt. Laser bedeutet immer die Behandlung mit einer Lichtquelle, deren Licht möglichst spezifisch von der Zielstruktur in Wärme umgewandelt wird. Für Besenreiser (Zielstruktur Hämoglobin) hat sich die Wellenlänge 1064 nm am besten bewährt. Damit gelingt es erfolgreich, kleinere Gefäße (bis ca 1,5 mm Durchmesser) zu verschließen. Ein effizientes Kühlsystem (Kontaktkühlung) schützt die Haut vor Verbrennungen. Die Laserbehandlung wird allgemein eher als schmerzhaft empfunden. Jeder Impuls fühlt sich an wie der Stich mit einer heißen Kanüle. Im Rahmen der Testbehandlung empfiehlt sich  deshalb, individuell herauszufinden, ob die Behandlung toleriert wird und auch zum Erfolg führt. Wie bei der Verödungsbehandlung sind für einen guten Erfolg immer mehrere Sitzungen erforderlich. Auch die Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen entsprechen denen der Verödungsbehandlung. Eine Kompressionsbehandlung ist meist nicht erforderlich. Pro Sitzung werden bis zu 500 Impulse appliziert. Die Kosten je Sitzung werden nach Aufwand berechnet (150-250 Euro).

Prophylaxe der Bildung von Krampfadern

Entscheidend für die Entstehung von Krampfadern/Besenreisern sind neben der individuellen Veranlagung auch bestimmte Verhaltensweisen. Gerade weil die genetische Veranlagung die entscheidende Basis ist, kann der Verlauf der Krampfadernerkrankung durch entsprechende Verhaltensweisen verlangsamt und gemildert werden. Besonders günstig ist, dass dies keineswegs an Verzicht gekoppelt ist, sondern eine Verbesserung der gesamten Lebensqualität und mehr Lebensfreude bedeutet:

  • für Bewegung sorgen: optimal sind 10.000 Schritte pro Tag!
  • für Flüssigkeit sorgen: optimal sind 2-3 l pro Tag
  • für gesunde Ernährung sorgen: optimal ist, bei Hunger zu Obst und nicht zu Süßigkeiten zu greifen.

Bei Beherzigung dieser drei einfachen Grundregeln wird langes Sitzen und Stehen vermieden, die venöse Zirkulation verbessert und das Körpergewicht normalisiert. Zusätzlich empfehlenswert ist:

  • das Tragen von Kompressionsstrümpfen auf Reisen, Familienfeiern oder Veranstaltungen
  • Sprunggelenksgymnastik und Stärkung der Wadenmuskulatur durch Jogging, Walking, Fahrrad
  • kalte Wadengüsse, Wassertreten, Schwimmen

Venenmedikamente

Bestimmte Medikamente können ein Anschwellen der Beine verhindern. Symptome wie Spannungsgefühl, Schweregefühl oder Unruhe sind unter Umständen auf Wasseransammlungen zurückzuführen. Hier können insbesondere Roßkastanienextrakte sehr hilfreich sein. Diese sollten allerdings ausreichend hochdosiert morgens (bevor die Beine anschwellen) eingenommen werden.
Aber: Krampfadern werden durch Medikamente weder verschwinden, noch können sie eine Operation ersetzen, weil sie eben nur symptomatisch wirken.

Rosenparkklinik GmbH, Heidelberger Landstraße 18/20, 64297 Darmstadt